Was heißt hier Salzkammergut?

Die Region.

Zusammengestellt: Peter und Irene Egger  

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Der mittelalterliche Begriff „Kammergut“ bezeichnet eine Region, die direkter Besitz des Landesfürsten - Haus Habsburg - war. Seit jeher ist diese Region durch den Salzabbau bestimmt. Das historische Salzkammergut umfasste den ganzen Hallstätter See mit dem Salzberg, die Gosau, und das ganze Trauntal bis nach Ebensee. Die Stadt Gmunden gehörte rechtlich nicht dazu, obwohl der Sitz der obersten Behörde - das Salzamt - dort stationiert war. appartement gosau apartment gosau ferienwohnung gosau ferienwohnung peter egger gosau

Der Ausseer Salzbergbau (Landesgebiet Steiermark) stand immer in direkter Verbindung mit Hallstatt, obwohl er zur Grazer Hofkammer gehörte. Erst 1741 gliederte man die Ausseer Saline dem Gmundner Salzamt ein. Seit dieser Zeit zählt das Ausseerland ebenfalls zum Salzkammergut. appartement gosau apartment gosau ferienwohnung gosau ferienwohnung peter egger

Dass die Gebiete um den Abersee (Wolfgangsee), Attersee und Mondsee zum Salzkammergut gehören ist eine spätere Definitionserweiterung der Fremdenverkehrswirtschaft. Diese Regionen waren immer von der bäuerlichen Struktur dominiert, und hatten mit der Salzwirtschaft wenig zu tun, außer dass sie als Holz- und Verpflegungsbezugsgebiete herangezogen wurden.

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Nachdem Reiseschriftsteller mit ihren Naturbeschreibungen weit über die Grenzen hinaus auf das Salzkammergut aufmerksam gemacht hatten, kam es zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer kontinuierlichen Zunahme der Besucherzahlen. Doch erst mit der Entdeckung der Sole als Heilmittel erlangte das Salzkammergut seine wahre Berühmtheit als Sommerfrischeregion, die maßgeblich seine Zukunft beeinflussen sollte. Der Kaiserliche Hof und die anhängliche Prominenz, die Literaten und Komponisten und Maler kamen in Scharen um sich hier inspirieren zu lassen.

Anfang des 19. Jahrhunderts unterlag der Begriff Salzkammergut einem vollständigen Definitionswandel und wurde vom Wirtschaftsraum zu einer Natur- und Tourismuslandschaft von Seen, Wäldern und Bergen umgewertet.

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Seit Dezember 1997 ist die Region Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut als einziger Beitrag Österreichs als Weltkultur- und Weltnaturerbe in der Liste der UNESCO vertreten.

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Die Salzkammergütler

Hier und Anderswo

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Schon die Herkunft des Begriffs „Salzkammergut“ gibt Auskunft über die herrschaftliche Dominanz, die diese Region erfüllte und es in ein staatliches Unternehmen gliederte. Das Salzkammergut war Sperrgebiet, das Einreisen in diese autonome Gegend ging nur mit einem bewilligten Pass vom Salzamt. Eine Eigenversorgung der Bewohner kam nicht in Frage, da alle Hände für die Salzgewinnung und deren Infrastruktur benötigt wurden, und so die Versorgung und Belieferung von Nahrungsmittel von „außen“ stattfand. Das Salzamt kontrollierte alles bis in die Ehebetten, denn die „Salzkammergütler“ durften nur untereinander in den Ehestand treten, was der Konservierung von Strukturen und Eigenheiten diente.

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Ab dem 16. Jahrhundert ordnete man eigene planwirtschaftliche Maßnahmen an. Dazu zählten Privilegien einer eigenen Gerichtsbarkeit, Polizeiverfassung, Steuerverfassung und der Befreiung vom Militärdienst. Trotz Steuerfreiheit, soziale Betreuung, Spitäler, kostenlose ärztliche Versorgung, Provisionen, Pensionen und Erlaubnis zum Bau von Arbeiterkleinhäusern auf ärarischen (staatlich) Grund zur Hebung der Bevölkerungszahl, war die Armut sehr groß.

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Um diesen engen positiven wie negativen Strukturen Luft zu lassen, benötigte es Ventile der Rebellion, die sich gesellschaftlich verankerten. Dazu gehörten Arbeiteraufstände, Wilderei und Geheimprotestantismus, die vor allem Widerstände gegen die Obrigkeit darstellten. Zwecks Letzterem wurden einige Salzkammergütler im 18. Jahrhundert nach Siebenbürgen zwangsdeportiert.

Meistens war es jedoch Arbeitsmangel, welcher die Bewohner zur Migration trieb. Vor allem Holzknechte, die gute und gefragte Fachkräfte waren, zogen mit ihren Familien weg. Am bekanntesten wohl der Gosauer Holzfäller Georg Huebmer, der 1782 die protestantische Gemeinde Nasswald an der Rax gründete und sich vom einfachen Holzknecht bis zum kaiserlichen Holzmeister emporarbeitete. Andere gingen wiederum bis nach Nordamerika. So gesehen war das Salzkammergut eine strukturelle und chronische Abwanderungsregion, was sich erst mit dem aufkommenden Tourismus im 19. Jahrhundert änderte.   
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Widerständiges und dessen Inszenierung?

Die Kultur

 

Die eigene wirtschaftliche Strukturgeschichte des Salzkammerguts prägte die daraus entstandene Mentalität mit unverwechselbarer Eigenart in Religion, Sprache, Musik und vor allem Brauchtum. So hat zum Beispiel die heutige Ausprägung des Ausseer und Ebenseer Faschings oder die Fronleichnamsprozession am Hallstättersee ihren Ursprung im Salzabbau.

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Die einstmalige Sonderstellung der Salzkammergütler bedeutete neben strengen Regelungen jedoch auch Freistellung von Rechtsbestimmungen. Durch die Befreiung vom Wehrdienst erlaubte Maria Theresia zur Übung an der Waffe für etwaige Landesverteidigung einzelne „Privilegierte Schützenvereine“, die heute fest im Schützenbrauchtum verankert sind. Dies ließ auch die Wilderei erstarken. Die hohe Jagd war eigentlich nur dem Adel zugedacht und die kleine Jagd – der Vogelfang – ein Recht der Salzkammergütler, das trotz Kontroversen heute noch ausgeübt wird.

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Im 19. Jahrhundert wurde der Sommerfrischetourismus im Salzkammergut landschafts- und kulturprägend. Dabei übertrug sich Mode, Musik, Baustil oder Umgangsformen auf die lokalen Gegebenheiten und beeinflussten so die Einheimischen.[1] Operetten, Dichtungen, Heimatfilme und Tourismuswerbung konstruierten Bilder, die heute im Salzkammergut gesucht, vermittelt und gelebt werden.

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Nach dem kaiserlichen Hofe und der anhänglichen Prominenz kamen viele Künstler, um sich hier inspirieren zu lassen. Diese Künstlerreisen wurden zu einem wahren Kult, das Salzkammergut zu einer Kultregion und zur „Künstlerlandschaft“. Kaum ein Ort der nicht malerisch festgehalten wurde. Die Maler begaben sich auf Motivsuche, um die Naturlandschaften in Bilder zu rahmen. Viele einzelne Plätze weisen sich noch heute als Malerwinkel aus, wo Gauermann, Rudolf und Jakob Alt, Moritz von Schwindt, Thomas Ender, Franz Steinfeld uva... wirkten. Literaten, wie Adalbert Stifter, Lenau und Grillparzer, Hoffmannsthal usw… formten die Texte zu den Bildern, und Schubert, Maler und Brahms entwarfen ihre Tongemälde dazu.[2] Die Landschaftsmalerei der zwanziger und dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts prägte unser Bild der Biedermeierzeit entscheidend. Trotz der zunehmenden politischen Spannung, die dann im Jahr 1848 eskalieren sollte, hieß die damalige Devise: bürgerlich, gemütlich und bescheiden. Wer sich als Biedermeiermaler für unpolitische Genreszenen, Veduten und Landschaften entschied, hatte vom Zensursystem Metternichs nichts zu befürchten. Denn Metternichs zensuraler Würgegriff verbot alles was als „staatsgefährdend“ galt oder gegen die guten Sitten verstieß. Die Maler gerieten in Verdacht, Mitläufer des Regimes zu sein, und der Biedermeierkunst lastet man nicht zu unrecht einen Touch der obrigkeitshörigen „Staatskunst“ an. Ebenso erging es den Schriftstellern, die unter der Veröffentlichungs- und Theaterzensur zu leiden hatten. Das Publikum war harmlos zu unterhalten und von gefährlichen Gedanken abzuhalten, so die Doktrin Metternichs, der auch selber fleißig mitzensurierte.[3] Somit kann man auch sagen, dass in dieser Zeit ein völlig einseitiges Bild vom Salzkammergut geschaffen wurde. Wirtschaft und Industrie wurden vollkommen ausgeblendet, die vorherrschende Armut der Bevölkerung und die steigende Arbeitslosigkeit durch zunehmende Rationalisierung der Salzwirtschaft waren nie ein Thema. Einzig die Landschaft und Natur wurde zum Thema und Aufhänger einer ganzen Region. Ein Perspektivenwechsel hat dabei nie stattgefunden. Das Bild der Ausklammerung hat sich bis heute gehalten. Nach wie vor ist der Kaiser, die Künstler und die Landschaft das Thema der Region. Klischees werden bestätigt, vertreten und vor allem verteidigt.  

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Traditionell frisch gewürzt

Die Musik

 

Die Abgeschiedenheit, jedoch auch der Austausch durch viele zugewanderte Bergarbeiter waren prägend für eine eigene musikalische Vielfalt, die meist mündlich überliefert wurde. Erste handschriftliche Aufzeichnungen zur Tanzmusik im Salzkammergut stammen vom Bad Ischler Salzamtschreiber Johann Michael Schmalnauer (1771–1845). Die darin festgehaltenen Tänze, Ländler, Steirer und Schleunige zählen bis heute zu beliebten Musik- und Tanzstücken der Region.

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Seit dem Interesse von Adel und Bürgertum am Salzkammergut stehen musikalische Eigenheiten im Zentrum volkskultureller Forschungen. Schon Konrad Mautner schuf mit dem „Steirischen Raspelwerk" um 1910 eine erste Dokumentation der musikalischen Volkskultur rund um Bad Aussee. Auf der anderen Seite veränderten die Sommerfrischler die musikalischen Gebräuche der Region und eine perfektionierte Anpassung bzw. Glättung der Klänge war die Folge. [4]

So finden sich heute neben Jodler, Alm- und Wildschützenlieder auch viele gedichtete Kunst- oder Heimatlieder im Repertoire heimischer Gruppen wieder.

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[1] Vgl: Brigitta Tatzberger: Von der Hochadeligen Sommerfrische zum heutigen Massentourismus - in Bezug auf das Salzkammergut. Diplomarbeit. Wien 1988. S.142-144.

[2] Vgl.: Wilfried Lipp: Historische Kulturlandschaft inneres Salzkammergut. Blickpunkte. Kulturzeitschrift Oberösterreich. Nr.4. Linz 1996. S.4-9.

[3] Vgl.: Hans Mayr & Künstlerhaus-Verein (Hg.): Zensur im Biedermeier. „Die jüngere Schwester der Inquisition“. In: Biedermeier-Bote. Magazin zur Ausstellung „Bürgersinn und Aufbegehren - Biedermeier und Vormärz in Wien 1815 - 1848“ im Historischen Museum Wien im Künstlerhaus 1987-1988. S.11.

[4] Vgl.: Konrad Köstlin: Der Wandel der Deutung. Von der Modernität der Volksmusik. In: Gerlinde Haid, Ursula Hemetek, Rudolf Pietsch (Hg): Volksmusik – Wandel und Deutung, Wien 2000. S.121- 131.